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Petersfehner
Beerdigungsrituale
Eingesandt von Helmfried Brünnert |
Hier eine der Erinnerungen (von X anderen):
Fand in Petersfehn, auf dem Friedhof gegenüber
dem "Schützenhof" (Winter, seine Tochter
(Inge?) heiratete einen ehemaligen Arbeitskollegen)
eine Beerdigung statt, so war dies - anders als wohl
heute auch in Petersfehn - dem ganzen Dorf (wo man sich
im weiten Umkreis ja kannte), seiner Region bekannt.
An jenem Tag, als der Sarg auf einem festlich geschmückten
bespannten Wagen ("Klatschwagen") von irgendwoher
(Wildenloh-, Mittel-, Wold-Line und seinen "Dwaschwegen")
zum Friedhof überführt wurde, hatte man auf
der Mittelinie, in der wir einst wohnten, so jeder Anrainer
einen etwa 1 - 2 Meter breiten Streifen (Blumen, Immergrün)
quer über die vom zu Beerdigenden befahrenen befestigten
Straße/Eichen-Allee (Hauptspur mit Klinkern gepflastert,
parallel ein unbefestigter "Sommerweg") ausgebreitet.
Fehlte die Pflasterung, wurde die Oberfläche entsprechend
beharkt. In Petersfehn gab es damals (m.W.) ja nur ein
Auto, einen Opel; genutzt nur für besondere Anlässe.
Diesem Wagen mit dem Sarg folgte der Trauerzug per zu
Fuß, dem sich unterwegs einige Weitere eingliederten
und der je nach Länge der Strecke sich allmählich
soweit entzerrte, daß man hörte, daß
als der Sarg in die Gruft schon eingebracht worden war
(zudem häufig ins währenddessen eindringende
Grundwasser), erst dann die Letzten den Friedhof erreicht
hätten, übrig der Leichenschmaus als lohnendes
Ziel. - Unterwegs, bei der Gelegenheit, gab es eben
so vieles zu bereden und sicher auch Fußkranke
bestimmten deren mithaltendes Schrittempo.
Nachdem die Trauerfeier vom Pastor (Daum(?) aus Ofen
zuvor im Trauerhaus beendet war, fuhr dieser in seinem
Ornat und mit seinem Dienstfahrzeug, eine 125er DKW,
dem bespannten Trauerzug gen Friedhof voraus, wartete
währenddessen im Gasthof Winter auf die Ankommenden.
Die Kirche der Petersfehner stand in Ofen (bin dort
konfirmiert worden). Dabei blieb es natürlich nicht
aus, daß der Pfarrer, die Wartezeit bis zur Ankunft
des Trauerzuges überbrückend, sich dem flüssigen
Geist nicht verwehrend paar "hinter die Binde"
brachte. Auch einige Trauergäste hätten, soweit
möglich, die Gelegenheit genutzt. - So verliefen
die Beerdigungen manchmal in "befreitem Ritual".
Zum Leichenschmaus gab es dann den traditionellen "moien
Botterkoken", Schluck und Bier; wie es sich denn
so anbot.
Eine Beerdigung in Petersfehn war so (sicher auch im
Sinne des Verstorbenen) ein besonderer Tag.
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